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Thema: Erfundene Personen rechtlich in OK?

  1. #1
    Benutzer Spaziergänger
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    Erfundene Personen rechtlich in OK?

    Tag zusammen,

    ich bin noch nicht so lange dabei und lese mich gerade in das Thema Internet Marketing ein. Dabei stößt man immer wieder mal auf fingierte Personen und deren Leidensgeschichten die mit Produkt XY gelöst werden können. Nehmen wir als Beispiel mal Paul W. von Sebastians "zunehmen" Projekt. Den wirds wahrscheinlich genauso wenig geben wie seinen Fitness Coach Basti :-) Jetzt frage ich mich in wie weit das mit unserem teilweise pingeligen deutschen Recht vereinbar ist, den im Grunde "belügt" man die Leute ja. Man gaugelt ihnen eine Geschichte vor, die so nie passiert ist. Im Impressum wird er dann auch noch als "Autor" aufgeführt. Denke ihr habt euch damit beschäftigt, von daher wirds schon OK sein, oder ist das ein Graubereich? Wie weit treibt ihr das dann, Facebook- & Google Plus (+ (gekaufte) Freunde?) Accounts, E-Mails usw.

    Besten Dank für die ganzen Erkenntnisse, die ich hier im Forum und auch auf der ein oder anderen eurer Webseite schon gewinnen konnte.

    Gruß
    Udel

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Sebastian Czypionka
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    Hallo Udel,

    vielen Dank für die Ansprache dieses Themas, das ich sehr interessant finde.

    Ich habe mir diesbezüglich natürlich auch schon Gedanken gemacht. Ich bin der Meinung, dass es nichts verwerfliches ist, einen Phantasienamen / anderen Namen zu benutzen, solange man im Impressum auch den richtigen Verantwortlichen nennt. Schließlich benutzen Autoren auch erfundene Charaktere in Geschichten oder es wird Mitarbeitern in Call-Centern auch fiktive Namen gegeben.

    Ich bin der Meinung, dass man auf der sicheren Seite ist, solange man den Kunden nicht betrügt oder ihn hinters Licht führt.

    Neben dem Beispiel meiner Nischenseite im Bereich Zunehmen gibt es noch sehr viele viel größere Internetseiten, wie z.B. den Fett-Verbrennungs-Ofen, der ja ganz Deutschlandweit bekannt ist und mehrere Zehntausendmal verkauft wurde, wo es auch eine in Deutschland nicht reale Person, wie den Robert Paulus gibt.

    Ich denke, dass es aus rechtlicher Sicht einen Verantwortlichen geben sollte und wenn das gegeben ist, spielt die "Geschichte" oder das "Marketing" eine sekundäre Rolle, solange sie niemanden betrügt oder hinters Licht führen möchte.

    Sebastian

  3. #3
    Benutzer Spaziergänger Avatar von CashFlowsMobile
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    Ich denke, dass es als rechtlicher Sicht einen Verantwortlichen geben sollte und wenn das gegeben ist, spielt die "Geschichte" oder das "Marketing" eine sekundäre Rolle, solange sie niemanden betrügt oder hinters Licht führen möchte.
    Da kann ich Dir als moralischer und normal denkender Mensch völlig Recht geben - aber ich denke trotzdem das man bei der heutigen "Recht"sprechung durchaus an einen Richter geraten kann der das anderst sieht. Im Regelfall gilt, wo kein Kläger ...

    Jedoch würde ich mich nicht zo 100% auf den gesunden Menschenverstand verlassen und ggfs. einen Anwalt befragen. Dr. Kötz ( koetzlaw.de ) wird Dir diesbezüglich sicherlich kompetent in deinem speziellen Fall Auskunft geben können.

    Um generell derartigen Problemen vorzubeugen eignen sich hervorragend diverse bekannte Firmenkostellationen die es finanziell dem evtl. klagebereiten Konsumenten erschweren. Den wer klagt wegen 100 Euro wenn er dem Rechtsanwalt für eine Auslandaklage 2000 - 4000 Euro vorstrecken muss.

    Die letzten 13 Jahre im Netz ist mir zwar kein Fall zu Ohren gekommen und ich hoffe auch dass das so bleibt. Dennoch gilt wer sich gegen den deutschen Abmahnwahn schützen will sollte diesbezüglich ggfs. eine brauchbare Firmenkostenllation aufbauen.

    Beste Grüsse
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  4. #4
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Lennard
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    Was genau verstehst du unter "brauchbare Firmenkostenllation" der Begriff sagt mir überhaupt nichts.

    Und ich schreibe selbst auch unter Pseudonymen... Machen die meisten Schrifsteller und Schauspieler ja auch nicht anders? Stephen King schrieb z.B. unter den Namen John Swithen und Richard Bachmann... (viel mir gerade als einziger namentlich ein)

    Vorallem bei den ganzen Datenkragen finde ich es auf Seiten wie Facebook und Co. immer nett, da nicht als reale Person mit realen Daten zu stehen. Studiert habe ich in Ungarn Kunst (glaube ich ), bin verheiratet und mag lange spaziergänge an Fließgewässern. Viel spaß bei der Zielgerichteten Werbung

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Klettersteiger
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    Er meint zum Beispiel eine Ltd. mit Sitz in London oder ähnliches.

  6. Die folgenden Mitglieder bedankten sich für diesen Beitrag:


  7. #6
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Lennard
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    Vielen Dank Olli! Und der terminus technicus ist "Firmenkostellationen"?

  8. #7
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    Denke das sollte Konstellation heißen

  9. #8
    Erfahrener Benutzer Klettersteiger
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    Was die ursprüngliche Frage an sich angeht. Ich sehe da eigentlich auch kein Problem - ob das rechtlich wirklich so ist weiß ich allerdings auch nicht. Aber, wie Sebastian schon gesagt hat, solange man niemanden verarscht und über den Tisch zieht, also hochwertige Produkte verkauft und sich anstandslos an die Geld zurück Garantie hält, etc. sollte es doch eigentlich keine Probleme geben.
    Im Übrigen gibt es doch praktisch auch keinen Werbespot im TV, wo erfundene Charaktere ein Produkt anpreisen. Und nichts anderes als Werbung ist eine Webseite, die das Verkaufen zum Ziel hat ja letzten Endes auch.

  10. #9
    Benutzer Spaziergänger Avatar von mirabeau
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    Hallo Welt, hey Folks, liebe Leser,

    die Frage ist wirklich spannend, lieber udel und auch ich habe sie mir schon das ein oder andere Mal gestellt. Dabei ging es allerdings eher um die grundsätzliche Frage, ob man im Internet Lügen verbreiten dürfe respektive die Wahrheit verschwiegen kann.

    In diesem Zusammenhang habe ich mich vor kurzer Zeit intensiver mit dem Thema befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht strafbar ist, mit fremder Zunge zu sprechen.

    Immerhin geschieht dies tagtäglich in der Werbung. Allerdings sollten wir hierbei annehmen, dass diese auch klar als Werbung zu identifizieren ist und genau hier gibt es dann doch einen Knackpunkt.

    Ich habe mich durch ein paar Gesetzestexte gelesen und ein paar Urteile angeschaut, die einen solchen oder ähnlichen Fall untersucht haben. Die Rechtssprechung war hierbei recht deutlich, denn entweder gab es kein Problem oder aber andere Dinge, die angeprangert wurden, da durch das Mittel der Fiktion "falsche" Kaufentscheidungen begünstigt wurden.

    Um diesen Beitrag jetzt nicht unnötig in die Länge zu ziehen, empfehle ich Dir, einmal einen Blick auf diesen Artikel zum Thema irreführende Werbung zu werfen. Dort findest Du klare Richtlinien, was im Bereich der Werbung erlaubt ist und was eben nicht.

    Spannend sind vor allem diese Auszüge aus dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (ohoho, da dürften viele Marketer einpacken): § 3 UWG - Verbot unlauterer geschäftlicher Handlungen, § 4 UWG - Beispiele unlauterer geschäftlicher Handlungen

    Außerdem ist es natürlich entscheidend, dass Du das recht hast, die Bilder zu verwenden, aber das sollte in jedem Fall klar sein. Klauen ist nicht und dazu noch der entsprechende Paragraph:

    §22 KunstUhrhG: Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, daß er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.
    Dennoch möchte ich einräumen, dass es ein sträflicher Verrat an der eigenen Leserschaft ist und ja, ich mag diese Marketing-Gurkenritter nicht, die aufgrund von Fiktion punkten. Es gibt Grenzen und ich sehe mich in diesem Fall aus Sicht des potentiellen Käufers. Immerhin ist es eine sträfliche Form mit den eigenen Besuchern umzugehen und ich denke, dass sich Kundenstimmen auch real generieren lassen.

    Es ist kein Problem, sich ein paar Interessenten zu suchen, die dann ihre ehrliche Meinung zum Produkt, vielleicht auch mit Bild, beisteuern. Die schlechteren kann man ja immer noch aussortieren...

    Im Bereich des Journalismus wäre es übrigens nochmals eine andere Situation, aber auch nicht wirklich bedenklich, solange dabei niemand zu schaden kommt. Vielleicht sind für Dich in diesem Zusammenhang auch noch die Geschichten von Kaycee und dem "Gorgeous Guy" interessant.

    Sodele..., ich hoffe, das hilft Dir,
    beste Grüße
    ich
    Geändert von mirabeau (14.06.2012 um 20:29 Uhr) Grund: Threadersteller verwechselt :-)

  11. Die folgenden Mitglieder bedankten sich für diesen Beitrag:


  12. #10
    Erfahrener Benutzer Klettersteiger
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    Hi Mirabeau,
    vielen Dank für deine Ausführungen und die Verlinkung der relevanten Gesetze. An der Aussage, dass Werbung eindeutig als Werbung ersichtlich ist ist was dran. Da muss ich dir recht geben.

    Was du zum Schluss wegen realer Kundenstimmen etc. schreibst bezieht sich auf Testimonials, oder? Diese dürfen ganz klar natürlich nicht gefälscht sein, und ich betrachte es auch als durchaus fragwürdig, wenn ein Affiliate für das Produkt, dass er bewirbt auch gleichzeitig als Testimonial auftritt.

    Meine Antwort bezog sich nur darauf, dass es meines Erachtens kein Problem sein sollte, wenn man einen fiktiven Charakter als Experten/ Autor einer Seite nutzt.

    Beispiel: Ich bin Max Mustermann, und war mein Leben lang übergewichtig. Aber dann habe ich gelernt, wie ich endlich abnehmen kann. Diese Geschichte teile ich auf meiner Seite mit dir.

    Solange es einen wirklichen Mehrwert für den Besucher darstellt und alles andere korrekt läuft, dürfte es da doch keine Probleme geben, oder?

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