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Thema: Leistungsschutzrecht: Bloggern droht neue Abmahnwelle.

  1. #1
    Benutzer Spaziergänger
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    Idee Leistungsschutzrecht: Bloggern droht neue Abmahnwelle.

    Der heute geleakte Referentenentwurf zum geplanten Leistungsschutzrecht für Presseverlage verbietet es, auch nur kleinste Teile von Artikeln zu verwenden. Daneben werden den Verlagen zahlreiche Möglichkeiten für die Versendung von Abmahnungen an Privatpersonen geboten. Davon werden in erster Linie Blogger betroffen sein. Diese werden zunächst beweisen müssen, dass sie nicht gewerblich handeln.
    Wer innerhalb eines Jahres kleinste Teile eines Artikels Dritter verwenden will, muss nach dem von iRights.linfo geleakten Referentenentwurf dafür bezahlen. Auch das Zitat kleinster Ausschnitte würde so für Suchmaschinen, Newsaggregatoren, Autoren eines Blogs oder Nutzer von sozialen Netzwerken gefährlich, weil daraus eine Abmahnung resultieren kann. Künftig wäre zum Beispiel bei Twitter oder Facebook schon die Übernahme der Überschrift abgabepflichtig, selbst wenn zum Original-Artikel verlinkt wird.

    Doch das Recht der Verlage soll noch darüber hinaus gehen. Diese dürfen Abmahnungen verschicken, sofern mittelbar oder unmittelbar Einnahmen durch die Webseite oder den Blog erzielt werden. Die Einblendung zu einem eigenen Kachingle-, Flattr-, oder PayPal-Konto würde also ausreichen, um als gewerblich geführt und somit als abmahnfähig zu gelten. Es muss also nicht unbedingt Werbung geschaltet oder ein Unternehmen betrieben werden, um gewerblich zu handeln. Die Beweislast, ob eine Webseite gewerblich betrieben wird oder nicht, soll den Privatpersonen überlassen werden. Abgemahnte Blogger müssten also erst einmal beweisen, dass sie nicht gewerblich handeln. Verlagshäuser könnten laut Entwurf künftig problemlos in Masse abmahnen und mit den somit erzielten Unterlassungsansprüchen neue Umsätze generieren.

    Das neue Leistungsschutzrecht würde folglich unweigerlich zu einer Kriminalisierung zahlreicher privater Autoren und einer Beschneidung der Meinungsfreiheit aller Nutzer im Internet führen. Die im Urheberrecht schon jetzt bestehende Rechtsunsicherheit, die von zahlreichen Abmahnkanzleien ausgenutzt wird, wird man dadurch noch weiter ausweiten, kritisiert Die Linke.

    Die Piratenpartei Deutschland hingegen vergleicht, die Verlage würden sich im vorliegenden Fall wie in einem Restaurant benehmen, "das den Taxifahrer zur Kasse bittet, weil er ihm Gäste bringt. Anstatt sich an das digitale Zeitalter anzupassen und Unternehmertum zu zeigen, flüchten sie sich in den Schoß des Staates." Die Regierung greift in nicht akzeptabler Weise "in die Meinungsvielfalt eines freien Internets ein und beeinträchtigt die Entstehung einer vernetzten Wissens- und Informationsgesellschaft." Statt die eigenen Geschäftsmodelle den Bedürfnissen der Bürger und der modernen Technik anzupassen, soll mit Hilfe des Leistungsschutzrechtes lediglich die Monopolstellung der Verlage weiter ausgebaut werden.

  2. Die folgenden Mitglieder bedankten sich für diesen Beitrag:


  3. #2
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Lennard
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    Wer kommt denn jetzt wieder auf so einen Schwachsinn? Jetzt haben Sie die eine scheiße nicht durchbekommen und bringen gleich das nächste Schwachsinnskonstrukt. Also langsam wirds echt Zeit, sich nach nem freieren Land umzusehen, wenn das so weiter geht.

  4. #3
    Benutzer Spaziergänger Avatar von tomateneis
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    Wie bitte?

    Was passiert denn wenn ich mir selber einen Satz oder Überschrift ausdenke, den es so schon von einem Verlag gibt...? Ist aber ein Argument um die Piraten zu wählen...

    P.s. ich warte übrigens auch schön lange auf die Luftsteuer. Wir atmen ja schließlich deutsche Luft...

  5. #4
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Constantine
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    Die Entwicklungen aufhalten zu wollen, ist nie eine gute Idee. Meistens wird man dann nämlich einfach überrollt. Ich kann noch nicht so richtig abschätzen inwieweit mich das persönlich trifft, allerdings hört es sich so an, dass die Verlagshomepages dann ab sofort nicht mehr verlinkt werden? Weil man eh kein noch so kleines Zitat verwenden darf, wieso sollte ich dann verlinken?

  6. #5
    Erfahrener Benutzer Wanderer Avatar von Tim Rehfeld
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    Woher stammt denn dieser Artikel? Da sind doch ein paar Punkte drin enthalten, die einfach nicht richtig sein können und in dieser Form bestimmt nicht umgesetzt werden. Davon abgesehen ist für mich nicht klar, ob hier generelle Verwendung von Textauszügen gemeint ist oder lediglich die Verwendung, die nicht innerhalb der urheberrechtlichen Zitierfreiheit liegt.

    Generell ist das deutsche Urheberrecht bereits umfassend und relativ streng. Jede Ausweitung sehe ich daher eher problematisch...

  7. #6
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Thomas Rith
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    Ich halte das für nicht durchsetzbar. Und wenn sie es doch erlassen sollten, sind sie noch dümmer, als ich bisher dachte... ^^ Dann werden die Verlage ihre Überschriften nicht mehr selbst erfinden, sondern vorher googeln, wo sie die meisten Leutchen danach abzocken können... Die sollten vorher ein wenig nachdenken...
    Freu mich auf dieses Forum und die entstehenden Diskussionen...

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  8. #7
    Erfahrener Benutzer Wanderer
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    Ich frage mich auch, wie man das praktisch überhaupt umsetzen kann. Das ist ja nochmal was anderes als nur ein strenges Urheberrecht (das man ja einhalten kann, auch wenn es manchmal lästig ist).

    Spiegel Online hat schon erklärt, dass man da nicht mitmacht, sondern weiterhin verlinkt werden will:
    Leistungsschutzrecht: Was das Gesetz bedeutet - SPIEGEL ONLINE

    Und was Google angeht, von denen sich manche Verlage offenbar Geld erhoffen: Muss Google die dann überhaupt weiter listen?

    Viele Grüße
    Irene
    Geändert von ebookautorin (17.06.2012 um 00:15 Uhr)

  9. #8
    Erfahrener Benutzer Bergwanderer Avatar von Thomas Rith
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    Um dazu mal den Sascha Lobo aus seinem Facebookeintrag zu zitieren:

    Geschäftsidee:
    1) Verlag gründen.
    2) Per Software alle denkbaren Vierwortkombinationen ins Netz stellen.
    3) Andere Verlage abmahnen. #LSR
    Die Idee (also das Leistungsschutzrecht) ist einfach nur absurd...
    Freu mich auf dieses Forum und die entstehenden Diskussionen...

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  10. #9
    Benutzer Spaziergänger
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    Damit würden sie Ihr eigenes Grab schaufeln.....

    Vielleicht währe es ja auch gut so....denkt man etwas weiter.....keiner verlinkt mehr Verlage.....dann kommen auch normale Seiten wieder etwas höher in den Serps....und kein Schwein interessiert sich mehr für Verlage .....und Wörter gibts genug- die Kombination machts

  11. #10
    Erfahrener Benutzer Wanderer
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    Zitat Zitat von Mathias Beitrag anzeigen
    Vielleicht währe es ja auch gut so....denkt man etwas weiter.....keiner verlinkt mehr Verlage.....dann kommen auch normale Seiten wieder etwas höher in den Serps....und kein Schwein interessiert sich mehr für Verlage .....und Wörter gibts genug- die Kombination machts
    Siehe auch | policlinique: Ich breche eine Lanze für dieses Leistungsschutzrecht

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